FDP Stadtverband Marl

Ausschuss für Schule und Sport am 02.11.2016

Antrag der bum/FDP-Fraktion zur IT-Ausstattung und Digitaler Bildung an Marler Schulen

Sehr geehrter Herr Täuber,

bitte setzen Sie folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Schule und Sport:

Die Verwaltung berichtet:

In welcher Weise sind die Schulen in der Stadt Marl mit einem erforderlichen Betriebsmodell und einem Medienkonzept zur Anwendung digitaler Bildungsmedien ausgestattet?

- Ausstattung aufgeschlüsselt nach einzelnen Schulen und der jeweiligen IT-Ausstattung (Anzahl PCs, Drucker, Laptops, Tablets, Beamer, Whiteboards bzw. interaktive Displays, etc.) – bitte angeben jeweils in absoluten Zahlen und im Verhältnis zur Anzahl der Schülerzahl der einzelnen Schulen;

- Verfügbarkeit von Internet aufgeschlüsselt nach einzelnen Schulen und der jeweiligen Up- und Downloadgeschwindigkeit der Internetleitung, WLAN-Ausstattung in Schule, Unterrichtsräumen, Lehrerzimmern, Gemeinschaftsräumen und Außenbereich;

- Verfügbarkeit eines Medienkonzeptes aufgeschlüsselt nach einzelnen Schulen.

Begründung:


Unsere Kinder werden vielfach in Berufen arbeiten, die es heute noch nicht gibt. Mit der Digitalisierung werden sich alle Lebensbereiche verändern – die Art wie wir arbeiten, wie wir unsere Freizeit organisieren, wie wir einkaufen, wie wir uns gesund halten und wie wir uns bilden.

In allen Lebensbereichen und allen Branchen werden auch neue digitale Anwendungen zum Einsatz kommen. Die Arbeitswelt, Produktion, Prozesse und Dienstleistungen werden sich teilweise revolutionär verändern. Für viele Aufgaben und Jobs werden wir in Zukunft andere Qualifikationen benötigen, als die, die wir in den Schulen gelernt haben. Dazu gehört das Programmieren, die Fähigkeit, Software anzuwenden und an individuelle Bedürfnisse anzupassen.

Während in anderen europäischen Ländern digitale Lehr- und Lernmethoden zum schulischen Alltag gehören, hinkt Deutschland stark zurück. Eine Studie zeigt, dass in fast keinem OECD-Land Computer seltener im Unterricht eingesetzt werden als bei uns (ICILS 2013). Fast ein Drittel der Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland verfügt lediglich über rudimentäre computer und informationsbezogene Kompetenzen ("digitale Analphabeten"). Diese Schülerinnen und Schüler werden es voraussichtlich schwer haben, den Anforderungen der digitalen Gesellschaft gerecht zu werden.

Darauf muss in den Schulen schnell und qualifiziert reagiert werden. Schulen müssen Kinder und Jugendliche an das Zeitalter der digital geprägten Lebens- und Arbeitswelt heranführen, ihnen einen kompetenten Umgang mit digitalen Bildungsmedien vermitteln und selbst möglichst frühzeitig digitale Bildungsmedien in den Unterrichts- und Schulalltag integrieren.

Auf dem Weg zum digitalen Klassenzimmer 4.0 brauchen wir eine umfassende Modernisierung. An vielen Schulen mangelt es an einem (leistungsstarken) WLAN-Netz, es fehlt ausreichende notwendige Hard- und Software und Lehrer sind nicht angemessen fortgebildet. Insoweit können in den kommenden Jahren auch in Marl erhebliche zusätzliche Investitionen notwendig sein, damit die Schulen in die Lage versetzt werden, neue und digitale Bildungsmedien im erforderlichen Umfang im Unterricht einsetzen zu können. Die FDP-Landtagsfraktion fordert seit längerer Zeit, dass Bund und Länder die Schulträger finanziell befähigen, diese Investitionen tätigen zu können. Nun hat auch die Landesregierung NRW ein Investitionspaket ab dem Jahr 2017 angekündigt.

Weil das Programm bereits im kommenden Jahr starten soll, muss die Verwaltung möglichst frühzeitig prüfen, welcher Bedarf in den Schulen besteht und mit entsprechenden Planungen beginnen, um unmittelbar Anträge für Sanierungs- und Ausstattungsmaßnahmen einreichen zu können.

Dabei sollte möglichst umfassend erhoben werden, welcher Sanierungs-, Ergänzungs- und Investitionsbedarf an den Schulen besteht. Daraus kann eine entsprechende Prioritätenliste für ein Investitionskonzept für die Schulen unserer Stadt erstellt werden.
Dieses Konzept wäre die Basis für eine bestmögliche Partizipation am geplanten Finanzierungsprogramm der NRW.BANK.


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