FDP Stadtverband Marl

Ratssitzung am 19.03.2015

Antrag der Fraktionen SPD, CDU und bum/FDP betreffend Straßennamen in Marl

Straßennamen in Marl

Es werden Marler Institutionen, wie die Geschichtswerkstatt, die Marler Volkshochschule sowie unter Umständen Marler Schulen gebeten, die Marler Straßennamen hinsichtlich deren Namensgeber zu analysieren. Diese Persönlichkeiten sollen in ihrer historischen Bedeutung, ihrem Wirken und dessen Bezug zur Stadt Marl sowie darüber hinaus in ihrer historischen Beurteilung aus heutiger Sicht bewertet werden.

Begründung:


Im Straßennetz der Stadt Marl sind im Laufe der Stadtgeschichte Straßen nach Personen benannt worden, um diesen eine besondere Würdigung zukommen zu lassen. Im Lichte des heutigen politischen und historischen Bewusstseins geraten einige Namensgeber von Marler Straßen in der politischen Diskussion auf, verbunden mit der Fragestellung, ob es nach heutigen moralischen und ethischen Gesichtspunkten vertretbar ist, Straßen nach eben jenen Persönlichkeiten zu benennen.

ln Marl sind die Persönlichkeiten Carl Duisberg und Fritz Haber aktuell in der öffentlichen Diskussion. Es handelt sich hier um Personen, die in Ihrer Zeit eine große Bedeutung für die chemische Industrie hatten. Sie waren beide Chemiker und deren Würdigung im Marler Straßennetz steht natürlich in enger Verbindung mit der Stadt Marl als bedeutenden Chemiestandort. Kritisiert wird heute deren Beitrag, resultierend aus deren Beruf als Chemiker, für den 1. Weltkrieg mit verheerenden Folgen und den vielen Todesopfern. Bei beiden Persönlichkeiten fällt auf, dass sie im öffentlichen Bewusstsein der letzten Jahrzehnte nicht sehr präsent waren.

Es ist wenig sinnvoll, die Diskussion punktuell auf Straßennamen zu beschränken, deren Personen in der Diskussion nunmehr auftauchen. Vielmehr sollte das Marler Straßennetz systematisch überprüft werden und Namensgeber von Straßen sowie deren historische Bedeutung, dessen Bezug zur Stadt Marl sowie deren historische Perspektive nach heutigen moralischen und ethischen Maßstäben, aber eben auch nach Maßstäben der Zeit, in welcher diese Persönlichkeiten gewirkt haben und mit der Benennung einer Straße gewürdigt wurden.

Einen wesentlichen Beitrag hierzu könnten Institutionen wie die Geschichtswerkstatt, die Marler Volkshochschule, aber auch Marler Schulen (z. B. als Projektarbeit eines Geschichte­-Leistungskurses) leisten. Ziel ist es nicht, die Entscheidung über den Bestand des betreffenden Straßennamens weiter zu delegieren oder die Deutungshoheit über die historische Wertigkeit der betreffenden Person an einen Arbeitskreis weiterzureichen. Möglicherweise kommen verschiedene Arbeitskreise auch zu verschiedenen Ergebnissen. Es dient aber der Bewusstseinsbildung und der Bildung eines breiteren Meinungsprozesses. Ziel ist es, den mit Straßenamen gewürdigten Persönlichkeiten, die im öffentlichen Bewusstsein in den letzten Jahrzehnten nicht sehr präsent waren, wieder ins öffentliche Bewusstsein zurück zu bringen, um so eine kritische Auseinandersetzung mit deren Wirken und Bedeutung in Ihrer Zeit und deren Bewertung im heutigen historischen Kontext erst möglich zu machen.


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